Awards 2019: RAG-Stiftung hält das Ruhrgebiet und ihre Anlagen klasse über Wasser

Mit Diversifikation vorn: Timo Bartell und Eberhard Vetter (2. und 3. v.l.) halten ihre Trophäe in den Händen. Mit ihnen freuen sich Juryvertreter Dr. Christoph Mecking (l.) und Thorben Pollitaras (r.) von Comgest Deutschland. (Bild: Andreas Schwarz)
Mit Diversifikation vorn: Timo Bartell und Eberhard Vetter (2. und 3. v.l.) halten ihre Trophäe in den Händen. Mit ihnen freuen sich Juryvertreter Dr. Christoph Mecking (l.) und Thorben Pollitaras (r.) von Comgest Deutschland. (Bild: Andreas Schwarz)

Wie Eberhard ­Vetter und Timo Bartell, die den Preis für die RAG-Stiftung von Thorben Pollitaras (Comgest Deutschland) entgegennahmen, anschaulich ­berichteten:  Sollte die Stiftung ihre Arbeit einstellen, wäre halb Dortmund überschwemmt und die Essener Innenstadt stünde zwölf ­Meter unter der Wasseroberfläche. Denn das Ruhrgebiet ist durch den ­Kohlebergbau massiv abgesackt. Große Teile liegen heute unter dem Grund­wasserspiegel, weshalb bis in alle Ewigkeit abgepumpt werden muss. Für die sozialverträgliche Beendigung des deutschen Stein­kohlebergbaus und dessen Ewigkeitslasten kommt das Stiftungs­vermögen auf. Die Jury besteht aus dem Vorsitzenden ­Alexander ­Etterer (Rödl & Partner), Frank Boedicker (Boedicker Consulting) und Dr. Christoph Mecking (Institut für Stiftungsberatung).

In der Investmentstrategie hat die Stiftung eine sehr breite Asset-­Allokation aufgebaut. Im Mittelpunkt steht dabei ein Master-­Spezialfonds, bestehend aus liquiden klassischen Aktien und ­Anleihen. Ergänzt wird dies um Reits und speziellen Volatilitäts- und taktische Strategien sowie illiquide Anlagen wie Private Equity, ­Infrastruktur und Private Debt-Investments. Diese Anlagestruktur kenne man ansonsten eher von den finanzstarken amerikanischen ­Universitätsstiftungen, so Laudator Christoph Mecking. Er sieht diese Diversifikation als Vorbild für andere Stiftungen und hofft, dass ­dieses Beispiel andere Stiftungen dazu inspiriert, neue Wege zu denken und zu gehen. Für die RAG-Stiftung war die Niedrigzinsphase der Anlass, an Alternativen im Bereich Private Equity, in Immobilien und anderen Beteiligungen zu denken. Auch der Gedanke der Nachhaltigkeit ­komme nicht zu kurz, so Laudator Etterer. Unterm Strich kommt die Stiftung in den vergangenen fünf Jahren auf einer Rendite von gut drei Prozent bei ­liquiden Anlagen, Immobilien lagen bei sechs ­Prozent, getoppt von den Private Equity-Beteiligungen, die sich teilweise im zwei­stelligen Renditebereich bewegen.

Eine Stiftung mit ganz ähnlichem Anlagekonzept, allerdings aufgrund des kleinen Anlage­volumens von 25 Millionen Euro mit Fondsprodukten, ist die ­Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung, die mit dem dritten Platz geehrt wurde. Davor lag noch die Oberfrankenstiftung, auf einem tollen zweiten Platz.

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